Heute war ich, ausgestattet mit meinen Visitenkarten und zwei zentralen Zielen, unterwegs auf The smarter E. The smarter E ist die wichtigste Innovationsplattform für die neue Energiewelt und umfasst vier Fachmessen:

  • Intersolar Europe – Die weltweit führende Fachmesse für die Solarwirtschaft
  • ees Europe – Europas größte und internationalste Fachmesse für Batterien und Energiespeichersysteme
  • Power2Drive Europe – Die internationale Fachmesse für Ladeinfrastruktur und Elektromobilität
  • EM-Power – Die Fachmesse für intelligente Energienutzung in Industrie und Gebäuden

Diese Chance wollte ich mir nicht entgehen lassen, denn ich bin nicht nur privat, sondern jetzt auch noch bezogen auf mein Projekt sehr interessiert an genau diesen Themen.

Mein erstes Ziel war es, geeignete Solarzellen für den zukünftigen Elektrocamper zu finden. Dabei habe ich mir zwei wichtige Punkte notiert:

 

  1. Die Solarzellen müssen leicht, flexibel und einfach zu montieren sein
  2. Die Solarzellen müssen in Europa (am besten in Österreich oder Deutschland) produziert werden

 

Auf meiner Suche nach so einem Produzenten bin ich erst einmal diesem gigantischen Eisbären begegnet. Diese Art der Werbung hat auf jeden Fall sehr gut funktioniert, ich musste eine ganze Weile warten, um ein Foto machen zu können ohne eine posierende Person vor dem Eisbären.

Auf meinem weiteren Weg durch die vielen Messehalle war ich erst einmal ganz schön erstaunt, wie viele Produzenten von Solarzellen es gibt. Dabei kommen die meisten aus dem asiatischen Raum. Ich habe nach meinem Besuch gleich auf der Homepage der Intersolar nachgeschaut, insgesamt über 300 Aussteller (mehr als die Hälfte aus dem asiatischen Raum), nur zum Thema Solarzellen und Module. Daher war ich natürlich sehr froh als ich endlich einen Treffer gelandet bin, und zwar mit DAS Energy.

 

DAS Energy hat seinen Sitz in Wien und ist spezialisiert auf die Forschung und Entwicklung von flexiblen Photovoltaikmodulen. Sie bezeichnen sich selbst als ein Green Tech Unternehmen mit dem Ziel, als weltweiter Pionier der patentierten Photovoltaiktechnologie, neue Maßstäbe zu setzen. Und zwar, indem sie Photovoltaikmodule herstellen die: glasfrei, rahmenlos, flexibel, ultraleicht, montagefreundlich, wetterbeständig, zuverlässig und langlebig sind. Volltreffer. Ich habe dort sehr freundlich und kompetent Antworten auf all meine Fragen bekommen und habe nun einen direkten Kontakt zu dieser Firma. Solarzellen für den Elektrocamper sind also schon einmal gefunden.

Mein zweites Ziel war es, einen Laderegler für die Solarzellen zu finden. Ich wusste von Anfang an, dass es eine schwierige Aufgabe werden wird, da ich nach etwas sehr außergewöhnlichem suche. Denn der Elektromotor für den Elektrocamper wird später voraussichtlich mit einer Spannung von 96 Volt betrieben werden. Das bedeutet, dass auch das Akkupack 96 Volt haben wird. Um die Akkus also später mit den Solarzellen laden zu können, brauche ich einen Laderegler, der mir diese Spannung liefert. Doch leider arbeiten die konventionellen Laderegler für Solarzellen meistens mit einer Spannung zwischen 12 und 48 Volt, selten auch mit 72. Jedoch nicht mit 96 Volt. Bedauerlicherweise war ich mit meiner Suche auch nicht erfolgreich. Mir wurde zwar immer wieder gesagt, dass es so etwas bestimmt irgendwo gibt, aber nicht bei ihnen. Also habe ich wieder eine neue Aufgabe vor mir. Das Internet und Foren nach solchen Ladereglern zu durchsuchen. Falls einer von euch sich mit so etwas auskennt und mir da weiterhelfen kann, würde ich mich natürlich riesig freuen.

 

 

Ein wenig frustriert durch die erfolglose Suche, schaute ich mich nach spannenden Vorträgen um. Dabei bin ich bei einem Vortrag/Podiumsdiskussion zum Thema „Friday For Futures“ gelandet. Ich muss sagen, ich bin ein großer Befürworter von Friday For Future und war daher gespannt, um was es bei diesem Vortrag gehen würde. Mit dabei waren unter anderen zwei Schüler (Mitglieder der Friday For Future Organisation München), eine Mutter als Vertreterin von „Parents For Future“ (wusste vorher überhaupt nicht, dass es diese Organisation gibt) sowie Hans-Josef Fell (ehemaliger Abgeordnete des Bundestages, Autor des Entwurfs des EEG 2000 und Präsident der Energy Watch Group). Es ging um die Forderungen der Friday For Future Organisation und die damit einhergehende Unterstützung der Parents For Future Organisation.

Und es ging um Möglichkeiten, auf diese Forderungen einzugehen. Und die Energy Watch Group hat zusammen mit der LUT University aus Finnland erst letzten Monat einen Bericht veröffentlicht, der wissenschaftlich belegt, dass eine Umstellung auf 100% erneuerbaren Energien bis 2050 nicht nur technisch machbar sei, sondern dabei auch noch wirtschaftlich vorteilhaft wäre. Dieser Bericht wurde von Herrn Fell dort vorgestellt.  Ein sehr spannender und informativer Vortrag, ich kann jedem nur empfehlen, sich diesen Bericht einmal anzuschauen (http://energywatchgroup.org/new-study-global-energy-system-based-100-renewable-energy). Ich hoffe sehr, dass dieser Bericht auch Anstoß in der Politik findet. Denn es ist einfach unglaublich wichtig, dass wir so schnell wie möglich weg kommen von fossilen Brennstoffen und dafür müssen die erneuerbaren Energien weiter ausgebaut werden. Und auch wir können dazu beitragen, denn nächste Woche ist Europawahl. Und wie so schön bei der darauffolgenden Podiumsdiskussion immer wieder gesagt wurde: Europawahl = Klimawahl.

 

So viel zu meinem Besuch auf The smarter E. Bis zum nächsten Beitrag.