Ich habe viel im Internet nach Druckereien für Textildruck gesucht und auch viele gefunden. Aber dabei gab es immer irgendetwas was mich gestört hat. Doch wie der Zufall so will, erzählte mir eine gute Freundin, dass es in Graz das Traumwerk mit ihrer offenen Werkstatt gibt, die einen Workshop für Siebdruck anbieten. Zusätzlich kann man daraufhin die offene Werkstatt und das Equipment dort nutzen, um seine eigenen Textilen zu bedrucken. Also warum nicht den Druck einfach selbst in die Hand nehmen. Schnell eine Email an das Team vom Traumwerk gesendet und schon waren meine Freundin und ich für den Workshop angemeldet.

Dieser fand letzten Freitag in der offenen Werkstatt vom Traumwerk statt. Wenn man es nicht weißt, ist man erst einmal sehr überrascht vom Eingang. Denn eine Tür sucht man vergeblich, stattdessen findet man einen kleinen Eingang in der Hauswand und eine steile Treppe, die runter in einen Keller führt. Dort begrüßte uns Christopher, der den Workshop leiten wird. Mit von der Partie waren noch vier andere, also eine kleine gemütliche Truppe.

Nach einer kurzen Einleitung legten wir auch gleich los. Der erste Schritt besteht darin, das Motiv auf eine Folie zu drucken. Dieses wird dann auf das Sieb, welcher mit einer lichtempfindlichen Emulsion beschichtet ist, aufgeklebt. Der zweite Schritt besteht darin, das Motiv auf das Sieb zu bringen. Dafür wird das Sieb mit dem aufgeklebten Motiv für ca. 2 Minuten abgedunkelt belichtet. Dabei reagiert die Emulsion auf das Licht. Und zwar verhärtet die Emulsion an den Stellen, wo das Licht sie bestrahlt. Daraufhin wird das Sieb mit einem Hochdruckreiniger ausgewaschen. Dadurch wird das Sieb an den nicht verhärteten Stellen durchlässig und ist somit bereit, um die Farbe durchzudrücken.

Leider funktionierte dieser Schritt bei uns nicht so wirklich. Wir mussten so viel mit dem Hochdruckreiniger auswaschen, dass am Ende an zu vielen Stellen die Emulsion durchlässig wurde. Ein Testdruck zeigte, dass unser Sieb leider nichts geworden ist.

Wir fanden aber auch schnell den Fehler. Unser Druck auf die Folie war leider nicht schwarz genug, sodass bei der Belichtung ein wenig Licht durch unser Motiv durchkam und somit die Emulsion an den falschen Stellen verhärtete. Somit hatten wir zwar kein fertiges Sieb zum Bedrucken, aber wir hatten alle nötigen Schritte gelernt, um uns ein neues zu erstellen.

Christopher versprach uns ein neues Sieb für kommenden Montag vorzubereiten. Und siehe da, am Montag waren wir auch erfolgreich. Sehr aufgeregt und schon fast ein bisschen zu vorsichtig schafften wir alle Schritte noch einmal umzusetzen und hatten somit am Ende unser Sieb zum Drucken. Damit legten wir natürlich auch gleich los. Dafür wird das zu bedruckende Textil eingespannt und das Sieb darübergelegt und befestigt. Daraufhin streicht man händisch die Farbe mehrmals über das Sieb. Und siehe da, wir hatten einen perfekten Druck auf unseren Jutebeutel. Ein voller Erfolg, damit waren wir mehr als zufrieden. Und das Sieb ist jetzt für uns reserviert. Ab jetzt können wir immer wieder damit Textilien bedrucken.